Konzept für Sozialarbeit für gehörlose Jugendliche in Niederösterreich

Im Rahmen der Projektwerkstatt wurde ein Konzept für eine ambulante sozialarbeiterische Betreuung für gehörlose Jugendliche in Niederösterreich entwickelt. Dieses basiert auf den Ergebnissen von qualitativen Gruppeninterviews mit gehörlosen Jugendlichen sowie ExpertInnen und sozialwissenschaftlicher Literatur.



Gehörlose Jugendliche unterscheiden sich durch Nichts von jenen Jugendlichen, deren Leben von Tönen, Sätzen und Klängen durchdrungen ist. Auch ihre Zukunftspläne gestalten sich ebenso bunt: manche wollen einen Beruf erlernen, andere studieren, einige von ihnen Kinder kriegen, heiraten, andere die Welt erobern – und die meisten von ihnen noch viel, viel mehr.


Das einzige, was sie von einander trennt, ist die gemeinsame Sprache; die einmal in Wort und Schrift zum Einsatz kommt und das andere mal mit Händen, Mimik und Körper. Die Dominanz der Wort- und Schriftsprache entscheidet darüber, ob Zukunftsträume auch verwirklicht werden können. Denn Schulen und Ausbildungseinrichtungen unterrichten meist in Lautsprache; GebärdendolmetscherInnen, adäquat aufbereitete Unterrichtsmaterialien und technisches Equipment sind Mangelware. Das führt immer wieder dazu, dass Fähigkeiten von Gehörlosen nicht entsprechend gefördert und Berufswege jenseits spezifischer Begabungen eingeschlagen werden.


Die Projektgruppe hat diese Problemlagen zum Ausgangspunkt der Entwicklung eines Konzeptes für eine sozialarbeiterische Beratung gemacht. Zu diesem Zweck wurden qualitative Gruppeninterviews mit jungen gehörlosen NiederösterreicherInnen geführt, ExpertInnen aus ganz Österreich zu Einschätzungen, Lösungen und Empfehlungen befragt und die aktuelle Fachliteratur zu Rate gezogen.


Das Ergebnis beinhaltet folgende Angebote: Rechtliche, psychosoziale und sozialarbeiterische Einzel- und Gruppenberatung sowie eine Unterstützungsstruktur für gemeinsame Freizeitaktionen jugendlicher Gehörloser.


Im Juni 2009 erreicht man mit dem Projekt folgendes Ziel:


  • Das Arbeitsmarktservice Niederösterreich hat die Finanzierung der Personalkosten der SozialarbeiterIn mittels Comeback-Förderung (2/3 der Lohn- und 50% der Lohnnebenkosten) zugesagt.
  • Weiters werden aktuell Verhandlungen mit der Sozialabteilung der Niederösterreichischen Landesregierung zur Finanzierung geführt. Am 10.6. 2009 fand eine Präsentation für potenzielle FördergeberInnen (NÖ Landesregierung, AMS St Pölten, Bundessozialamt) an der Fachhochschule St. Pölten statt.

Kontakt

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Institutsleiter Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung
FH-Dozent
Stellvertretender Studiengangsleiter Soziale Arbeit (MA)
Department Soziales
Arbeitsplatz: F - Herzogenburger Straße 68 Süd
M: +43/676/847 228 555
Externe MitarbeiterInnen
Desiree Hoffmann
Bernhard Jedinger
Michaela Just
Irene Negl
Birgit Paller
Kathrin Priglinger
Julia Zauchinger
PartnerInnen
  • AuftraggeberInnen: Mag. (FH) Ines Bamberger (Geschäftsführerin des Landesvereines), Frau Renate Bamberger (ger. beeid. Dolmetscherin für Gebärdensprache), Michael Brunner (Landesverbandsleiter des Landesverbandes NÖ für Gehörlose)
Laufzeit
01.09.2008 – 30.06.2009
Projektstatus
abgeschlossen
Beteiligte Institute, Gruppen und Zentren
Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung