Alternative Messung der Arbeitsmarktintegration

Alternative Ergebnismessung bei der Arbeitsmarktintegration – Qualität der Qualität
Laufzeit
01.09.2018 – 30.06.2019
Projektstatus
abgeschlossen

Alternative Ergebnismessung bei der Arbeitsmarktintegration - Qualität der Qualität


Im Projekt geht es um Ergebnismessung im HAF Arbeitsmarktintegration. Bislang dominiert dort die "Vermittlungsrate" als "Erfolgs"- und Ergebniskriterium.


Diese Rate bildet aber die Kernprozesse Sozialer Dienste im HAF (Betreuung, Netzwerke, Lebensqualität, sozialinklusive Wirkungen und Befähigungen, ...) nur unzureichend ab bzw. blendet sie aus – insbesondere jene der Integrationsarbeit bei Personen mit komplexen, mehrfachen Problemlagen und Langzeitarbeitslosigkeit.


Bei diesen Personen ist "Vermittlung" oft erst am Ende eines langen Weges möglich. War dann die oft jahrelange Arbeit davor "erfolglos" oder lassen sich dafür Kriterien finden? Die Bemühungen der AkteurInnen, also auch der Sozialen Dienste im HAF könnten dann treffender verdeutlicht werden – auch in Legitimierungsfragen gegenüber Auftraggeberorganisationen.


Forschungsergebnisse können im Übrigen auch den Diskurs "Effektivität und Effizienz Sozialer Dienste" bereichern.


Das Projekt soll an der Entwicklung solcher alternativer "Erfolgs"-Kriterien arbeiten und sie auf ihre Praxistauglichkeit überprüfen. Das soll mittels Praxisbeispielen, aktueller Literatur, erhebbarem Zahlenmaterial und Interviews relevanter AkteurInnen (KlientInnen, ExpertInnen, AuftraggeberInnen, AMS) erfolgen.


Projektendbericht

Wie sich bereits zu Beginn der Forschung herausstellte, ist das Interesse bei den untersuchten Einrichtungen groß, neben „harten“ Effizienzkriterien auch „weiche“ Wirkungsfaktoren stärker herauszuarbeiten und operationalisierbar zu machen - auch, um dann in Förderverhandlungen deutlicher als bisher darauf hinweisen zu können. Ein (erstes) Modell zur Operationalisierung mit entsprechenden Beispielen findet sich in der Arbeit über Sozialökonomische Betriebe (vgl. die entsprechende Arbeit 2 unter Punkt 12). In Einzelfällen gaben sogar bereits das Forschungsinteresse und die Interviewanfragen von Studierenden zum Thema Anstoß zu ersten Aktivitäten durch die Einrichtungen. 

Die Forschung ergab, dass die Nutzer*innen der Sozialarbeit in allen untersuchten Einrichtungen gerade die „weichen“ Faktoren (Selbsthilfepotenziale stärken, Ressourcen zugänglich machen, Lebens- und Sozialkompetenzen stärken, Existenz stabilisieren, ..) als besonders hilfreich und als unterstützend empfinden. Fördergeber schätzen zwar die „weichen“ Wirkfaktoren in den Einrichtungen mittelbar, schreiben aber - zumindest derzeit - nur „harte“ Effizienzkriterien in den Förderverträgen fest. Möglicherweise bestehen Chancen auf stärkere Anerkennung, wenn „weiche“ Faktoren operationalisierbar gemacht werden können, um bei Förderverhandlungen eine deutlichere Rolle zu bekommen. Historisch dokumentierbar ist, dass in der Förderpolitik der letzten Jahrzehnte die „harten“ Effizienzkriterien immer stärker zu Lasten der „weichen“ Wirkungsfaktoren in den Vordergrund getreten sind (vgl. die entsprechende Arbeit 5 unter Punkt 12). Im medialen Diskurs der Öffentlichkeit/in Tageszeitungen dominieren ausschließlich „harte“, quantitative Wirkfaktoren (vgl. die entsprechende Arbeit 6 unter Punkt 12). Naheliegenderweise konnten durch den begrenzten Rahmen des Forschungsprojekts nur exemplarische Untersuchungen und Modellvorschläge erfolgen.
 
Die Ergebnisse belegen jedoch, dass gerade dieser Bereich der Evaluationsforschung noch weitgehend eine „black box“ ist - einige Leerstellen konnten jedoch teilweise gefüllt werden und geben Anstoß für weitere Schritte. Ausgehend von den speziellen Unterstützungsangeboten einzelner arbeitsmarktpolitischer Einrichtungen sollte in naher Zukunft daher an speziellen, individuell abgestimmten Evaluationsmodellen gearbeitet werden – was auch durch die Fördergeber unterstützt und anerkannt werden sollte.

Bachelorarbeiten

Kontakt

Sie wollen mehr wissen? Fragen Sie nach!

Institutsleiter Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung
FH-Dozent
Stellvertretender Studiengangsleiter Soziale Arbeit (MA)
Department Soziales
Arbeitsplatz: F - Herzogenburger Straße 68 Süd
M: +43/676/847 228 555