INNS‘PAKET

Koordinierte und kooperative Zustellung von Paketen und Kleinsendungen im Großraum Innsbruck

Hintergrund

Zweidrittel der österreichischen KonsumentInnen kaufen bereits im Internet ein und allein zwischen 2006 und 2015 haben sich die Ausgaben für Einkäufe im Internet in Österreich von € 1,5 Mrd. auf € 7,0 Mrd. erhöht. Die Zunahme des Onlinehandels führt jedoch auch zu einer Verschiebung bzw. Umstrukturierung der Lieferbeziehungen: der klassische „B2B“ (Business-2-Business) Lieferverkehr vom Produzenten bzw. Zwischenhändler zum Geschäft wird zunehmend durch den „B2C“ Verkehr (Business-2-Consumer) ersetzt, die Zuständigkeit der „letzten Meile“ (der Transport vom Handel zum Haushalt) verschiebt sich von den EndkundInnen zu Dienstleistern der KEP-Branche (Kurier-, Express- und Paketdienst). Anstelle von Geschäften als zentrale Anlaufpunkte der Warenübegabe an den Haushalt, treten fragmentierte Liefersysteme mit einer Vielzahl von EndkundInnen und damit Zieldestinationen, was wiederum neue Anforderungen und Logistikkonzepte erfordert.

Projektziel

Ziel des Projektes INNS’PAKET ist die Schaffung einer gesamtwirtschaftlich effizienten, effektiven und nachhaltigen Transportlogistik für den Tiroler Zentralraum - und damit nicht nur für den innerstädtischen Bereich Innsbrucks - durch Kooperation von Wirtschaft, Forschung und Verwaltung. Die inhaltliche Bearbeitung ist dabei in zwei thematische Schwerpunkte untergliedert: 

  • B2C-Lieferverkehr: Zustellung von Paketdiensten an EndkundInnen sowie 
  • B2B-Lieferverkehr: Zulieferung für Betriebe/Geschäfte.  

Für den B2C-Lieferverkehr ist die Schaffung eines zentralen Logistikknotens im Nahbereich hochrangiger Verkehrsträger (Straße, Schiene) angedacht, der von allen Lieferdiensten anzusteuern ist. Die Verteilung zu den EndkundInnen sowie den Betrieb des Verteilzentrums soll dabei ein für eine bestimmte Zeitdauer (ca. 5-10 Jahre) in einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren ermitteltes Unternehmen übernehmen. Im Zuge der Vergabe sind spezielle Anforderungen und Rahmenbedingungen festzulegen – von Sozial- und Umweltstandards (Anstellungsverhältnisse, Fahrzeugflotte, Anteil Lastenräder etc.) bis hin zu Lieferzeiten und -services. Um den B2B Lieferverkehr zu optimieren, soll im Zuge des zweiten thematischen Schwerpunktes die Einführung eines entsprechend gebündelten und vielfach auf Kooperation aufbauenden Services konzipiert werden. Waren unterschiedlicher Hersteller und Warengruppen werden im zentralen Logistikknoten vorsortiert und zentral zugestellt.

Methodik&Ergebnisse

Der Innovationsgehalt des Projektes liegt in der Schaffung eines neuartigen, organisatorischen Rahmens zur Koordination und Kooperation unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben wie auch des konkreten Marktbedarfs sowie der Finanzierbarkeit. Dabei soll auch die Anwendung neuer technologischer Mittel wie Blockchain-Technologien detaillierter untersucht werden, um Kooperationen in der Praxis umzusetzen. Die im Zuge der Projektbearbeitung gewonnen Ergebnisse und Erkenntnisse dienen letztlich als Grundlage für die spätere Umsetzung. 

Aufgaben des Carl Ritter von Ghega Instituts

Das Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung unterstützt das Projekt durch die Einbringung der Expertise im Bereich Konsolidierungszentren und Möglichkeiten der Einbindung der Bahn in stadtlogistische Prozesse.
 

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Researcher Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung
Department Bahntechnologie und Mobilität
Arbeitsplatz: D - Heinrich Schneidmadl-Straße 15
PartnerInnen
  • Universität Innsbruck (Lead)
  • WU Wien – Research Institute for Supply Chain Management
  • XVISE innovative logistics GmbH
  • Amt der Tiroler Landesregierung Abteilung Verkehrsplanung
  • WU Wien - Institut für Zivil- und Zivilverfahrensrecht
Finanzierung
Dittleister im Rahmen eines BMK-Mobilität der Zukunft Projekts
Laufzeit
01.06.2020 – 30.11.2021
Projektstatus
laufend
Beteiligte Institute, Gruppen und Zentren
Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung