„Sozialbarometer“ Monitoring sozialpolitischer Veränderungen im Zeitraum Oktober 2017 bis Jänner 2020

Laufzeit
01.09.2019 – 30.06.2020
Projektstatus
laufend

Viele sozialpolitische Vorhaben seit den Nationalratswahlen im Oktober 2017 riefen Einwände unterschiedlichster Interessenvertretungen hervor. Speziell die Sozialarbeitsprofession sollte sich mit der Frage auseinandersetzen, ob sich eine Politik zu Lasten schwächster Bevölkerungsgruppen durchsetzt.


Um anwaltschaftlich agieren zu können, bedarf es einer Untersuchung aktueller Themen, von denen auszugehen ist, dass sie Auswirkungen auf die Lebenswelt von AdressatInnen Sozialer Arbeit haben.


Das Forschungsprojekt "Sozialbarometer" möchte nicht nur aktuelle Themenbereiche der Sozialpolitik, die in Zusammenhang mit Soziale Arbeit stehen, untersuchen, sondern darüber hinaus konkrete Auswirkungen auf die Lebenswelt von NutzerInnen beleuchten. Bereiche wie Arbeitslosen- und Notstandshilfe, Mindestsicherung, Arbeitsmarktpolitik sowie die Zusammenlegung von Sozialversicherungsträger, aber auch Familienleistungen, Zuwanderungspolitik usw. sollen im Fokus dieses Projekts stehen.


Vielleicht gelingt es, aus Fallstudien und der Analyse von sozialpolitischen Entwicklungen, ein Barometer zu erstellen, dass abbildet, wohin der Trend geht. Eine mögliche Grundlage für die Entwicklung eines Sozialbarometers, könnte das Inklusionschart 4 (Pantuček-Eisenbacher / Grigori 2016) sein. Die Abbildung von Teilhabe in Funktionssysteme (Luhmann 1998), sowie deren Tendenzen im Einzelfall, soll mit der Möglichkeit einer Darstellung von Inklusions- und Exklusionsmechanismen aufgrund sozialpolitischer Veränderungen erweitert werden.


Ein Tool, das es ermöglicht sozialpolitische Veränderungen und deren unmittelbaren Auswirkungen auf den Einzelfall optisch und prägnant darzustellen, könnte ein erster Schritt in Richtung einer "Gesellschaftsdiagnostik der Sozialen Arbeit" sein. Mit Sicherheit würde es erleichtern am politischen Diskurs teilzunehmen.


Quellen


Luhmann, Niklas (1998): Die Gesellschaft der Gesellschaft. Suhrkamp, Frankfurt am Main.


Pantuček-Eisenbacher, Peter / Grigori, Eva (2016): Inklusions-­Chart Version 4 (IC4). Manual, aufgerufen am 04.02.2019 um 07:30 Uhr.