E+DIETing_LAB- Digital Lab for Education in Dietetics combining Experiential Learning and Community Service

Neue Wege bei der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften, Studenten und Fachleuten im Bereich Diätologie.

Hintergrund

Schätzungen zufolge sind mehr als 2,1 Milliarden Menschen weltweit und 40 % der erwachsenen Bevölkerung in Europa übergewichtig. Das hat Auswirkungen auf die Gesundheit, denn – nach Angaben der WHO – stehen die meisten nicht-übertragbaren Krankheiten (NCD) in engem Zusammenhang mit Übergewicht/Adipositas, Bluthochdruck und Hyperglykämie. Die Folgeeffekte davon haben nicht nur eine persönliche Komponente, weil sie die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen, sondern auch eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Dimension. Übergewicht allein ist nach Schätzungen der OECD für zehn Prozent der Gesundheitsausgaben verantwortlich. Da die Gründe für Übergewicht in den meisten Fällen schlechten Essgewohnheiten und mangelnde Bewegung sind, können Ernährung und körperliche Aktivität einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit der Menschen haben und ebenso wirksam sein wie eine medikamentöse Behandlung.

Inhalt des Projekts

Mit der steigenden Zahl übergewichtiger Menschen ist auch die Expertise von Ernährungsberater*innen gefragter. Die praktische Ausbildung in den Ernährungswissenschaften ist jedoch nicht auf dem Niveau auf dem sie sein könnte. So sollten Diätolog*innen sich mit den neuen Formen des Online-Lehrens und -Lernens näher auseinandersetzen, ihre Kenntnisse in diesem Bereich ausbauen und Wege suchen die praktische Ausbildung auch in Online-Formate zu integrieren. Außerdem ist es notwendig, die sozialen Kompetenzen von Diätlog*innen zu stärken. Dafür braucht es nicht nur ein angemessenes Coaching, sondern auch Gelegenheiten und Möglichkeiten aus eigenen Erfahrungen und aus den Interaktionen mit Patient*innen zu lernen. Dem Auftrag an die Universitäten (im Rahmen ihrer „third mission“) Wissen in die Gesellschaft zu tragen soll ebenfalls Rechnung getragen werden. Zum Beispiel soll das soziale Engagement der Studierenden mehr Gewicht erhalten. Darüber hinaus besteht die Notwendigkeit, dass Pädagogen, Gesundheitssysteme und politische Entscheidungsträger ihre Kräfte bündeln, um eine gesunde Ernährung zu fördern. 

Ziele

Die übergeordneten Ziele dieses Projekts sind, die praktische Ausbildung in der Diätologie zu verbessern und den Community/Service-Learning-Ansatz, der gesunde Ernährungsgewohnheiten als soziale Verantwortung der Universitäten ansieht, stärker in den Vordergrund zu stellen. Zu diesem Zweck entwickeln und testen wir neuartige digitale Lehrmittel, mit denen interaktive Lernerfahrungen möglich sind. Wir haben vor:

  • praktische Szenarien des Erfahrungslernens zu erarbeiten, die an die relevantesten klinischen Fällen und die allgemeinen Praxis von Diätolog*innen angelehnt sind.
  • neue Technologien zu entwickeln, die Diätolog*innen dabei unterstützen ihre praktischen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten zu schulen.
  • Das Bewusstsein von Hochschuleinrichtungen dafür zu schärfen, dass sie eine soziale Verantwortung (als Teil ihrer „third mission“) bei der Förderung gesunder und nachhaltiger Ernährungsgewohnheiten tragen.
  • die Ausbildung von Diätolog*innen besser auf die Ziele der Gesundheitssysteme und der politischen Entscheidungsträger*innen abzustimmen.

Methoden

Das Projektkonsortium baut ein digitales Labor (mit Avataren, die Patienten repräsentieren) auf, das als self-learning tool angelegt ist. Die Arbeitsschritte auf dem Weg dorthin umfassen neben der Konzipierung und Implementierung des Tools auch die Zusammenstellung von geeignetem Schulungsmaterial. Um einen langfristigen, über die Projektdauer hinausgehenden Effekt zu erzielen, macht das Konsortium das im Projekt erworbene Wissen über Multiplikatorenveranstaltungen bekannt und stellt Hochschullehrer*innen sowie Einrichtungen des Gesundheitswesens die entwickelten Tools und die entsprechenden Leitlinien zur Verfügung. Die Institutionen des Konsortiums führen eine große Anzahl von Expert*innen für die Ausbildung im Bereich Diätologie zusammen, suchen nach neuen (digitalen) Wegen der Lehre, beziehen Studierende und Diätolog*innen in die Entwicklung neuer Lern- und Lehrmethoden mit ein und integrieren soziale Anliegen in den Ausbildungsansatz. All dies soll die Wichtigkeit der praktischen Ausbildung in der Diätologie und ihre Bedeutung  für die Gesundheit der europäischen Bürger*innen unterstreichen.

Ergebnisse

Das Hauptergebnis des Projekts ist ein digitales Labor für die Diätologie (self learning tool), das bestehende Methoden in der Ausbildung ergänzt und erweitert. Es nicht nur darauf ausgelegt, dass Studierende ein Praktikum in Eigenregie, ohne Anleitung durch zusätzliches Lehrpersonal absolvieren, sondern auch dafür gedacht, dass Diätolog*innen und Ausbilder*innen neue Kompetenzen erwerben. Das Tool kann an unterschiedliche Bedürfnisse und Szenarien angepasst werden und ermöglicht unter anderem auch den Umgang mit virtuellen Interaktionspartner*innen (potenzielle Patient*innen, die als Avatare dargestellt werden). Speziell für Diätolog*innen, die in den Kommunen tätig sind (oder sein werden), bietet dies einen großen Mehrwert, da sie den Kontakt mit Patient*innen üben können. Um das digitale Labor einem breiteren Publikum von potenziellen Nutzer*innen zugänglich zu machen, wird ein Multiplikator-Toolkit bereitgestellt. Das Toolkit enthält Informationsmaterial über die in diesem Projekt eingeführten Methoden. Dazu gehören Berichte, Empfehlungen, Zeitschriftenartikel sowie Richtlinien, wie die entwickelten digitalen Werkzeuge in die Lehrpläne der europäischen Hochschulen und in die Programme der Ausbildungszentren integriert werden können. Die Ergebnisse des Projekts tragen auch zum Europäischen Diätetischen Aktionsplan (EuDAP) bei, der darauf abzielt, die Beratungsleistung von Diätolog*innen für die Bevölkerung, Behörden, Verantwortungsträger*innen und Medien auszubauen.

Logo des Programms Erasmus+ der Europäischen Union

Sie wollen mehr wissen? Fragen Sie nach!

FH-Dozentin
Department Gesundheit
Arbeitsplatz: B - Campus-Platz 1
M: +43/676/847 228 482
Externe Projektleitung
Iñaki ELÍO, UNEAT
Thomas Prola, UNEAT
MitarbeiterInnen
PartnerInnen
  • Fundación Universidad Europea del Atlántico, Santander (Spanien) (lead)
  • Universidad de Valladolid, Valladolid (Spanien)
  • Universidade do Porto, Porto (Portugal)
  • Artesis plantijn Hogeschool, Antwerpen (Belgien)
  • Uniwersytet jana Kochanowskiego w Kielach,Kielce (Polen)
Finanzierung
EU (Erasmus+)
Laufzeit
01.03.2022 – 28.02.2025
Projektstatus
laufend
Beteiligte Institute, Gruppen und Zentren
Institut für Gesundheitswissenschaften