immtaCare – Immersive technologieassistierte Pflegeausbildung und -training

Extended Reality (XR) Methoden für Trainings in der häuslichen Pflege.

Hintergrund

Die Pflege von Menschen nimmt immer mehr Raum im gesellschaftlichen Leben ein. Der überwiegende Anteil Pflegebedürftiger wird im häusliche Umfeld betreut, während der Anteil in der Obhut von Heimen deutlich geringer ausfällt. Der Wunsch vieler „zu Hause alt werden“ zu wollen, schreibt diese Verhältnisse noch weiter fort. Das Gros der Betreuungsleistung wird also von Laien oder mobilen Diensten erbracht. Aktuelle Statistiken zeigen, dass etwa 15.000 Arbeitnehmer*innen und rund 950.000 Personen ihre Angehörigen zu Hause betreuen. Es gibt daher einen großen Personenkreis, der von Aus- und Fortbildungen zum Thema Pflege profitieren würde.

Projektinhalt

Für pflegende Angehörige gibt es derzeit nur wenige Trainings, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Außerdem sind jene wenigen Fortbildungen zeitaufwendig und werden oft nur in Ausbildungsstätten angeboten für die weite Wege in Kauf genommen werden müssen. Die Betreuung der zu pflegenden Personen durch Dritte während einer Ausbildung ist ebenfalls weiterhin sicherzustellen, was zusätzliche Kosten verursacht. Pflegende Angehörige jedoch auch Professionisten*innen in der häuslichen Pflege würden daher von niederschwelligen Trainings, welche im eigenen Umfeld durchgeführt werden können, profitieren. Eine in diesem Projekt verfolgte Möglichkeit die Situation der Betroffenen zu verbessern, sind Extended Reality (kurz XR) Trainingsumgebungen (computergenerierte, virtuelle Umgebungen). Sie erlauben es Schulungen im häuslichen Umfeld durchzuführen und stellen somit eine vielversprechende Alternative zu bisherigen Ausbildungsangeboten dar.

Ziele

Das Projekt immtaCARE stellt die Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten in der extramuralen (häuslichen) Pflege auf neue Beine. Es wird eine Brücke zwischen Professionist*innen und Laienpflegenden geschlagen und durch das Einüben einfacher, oft gebrauchter Fertigkeiten, werden Zeiteinsparungen erreicht, die mit einem Mehr an individueller Pflegebetreuung einhergehen. Es minimiert außerdem den Stresslevel im Pflegealltag und verbessert die Resilienz (Widerstandskraft). Die Trainings sind niederschwellig zugänglich und zeichnen sich durch kurze Trainingseinheiten mit hoher Anzahl an Wiederholungen aus. Um all das zu erreichen, setzt das Projekt auf XR-gestützte Methoden der Wissensvermittlung und sucht Antworten auf folgende Forschungsfragen:

  • Welche Fertigkeiten benötigen pflegende Angehörige und Hauskrankenpflegepersonen im Pflegealltag immer wieder und bei welchen Tätigkeiten passieren oft Fehler?
  • Welche dieser Fertigkeiten können in einer XR-Umgebung sinnvoll umgesetzt werden?
  • Wie groß ist der Trainingsaufwand für die Nutzer*innen, um eine bestimmte Fertigkeit fehlerfrei durchführen zu können?
  • Wie kommen die verschiedenen Nutzer*innengruppen mit dem XR-Trainingssystem zurecht?

Methodik

Multi-Stakeholderworkshops, Interviews und standardisierte Befragungen mit Professionist*innen, pflegenden Angehörigen und Expert*innen werden durchgeführt. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen, werden zwei Pflege-Fertigkeiten mit denen beide Nutzer*innengruppen häufig konfrontiert sind, in einer XR-Umgebung umgesetzt. Um die Umsetzung möglichst gut auf die Anforderungen künftiger Nutzer*innen abzustimmen, wird ein User-Centred-Design (Anwender*innenbedürfnisse stehen im Zentrum) Ansatz verfolgt. Außerdem erfolgt die Umsetzung lernzielorientiert nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und unter Berücksichtigung aktueller Leitlinien zu Human-Computer Interaction (HCI). Die Trainingseffizienz wird erhoben sowie die Akzeptanz der Methode in einer Evaluationsstudie ermittelt.

Ergebnis

Am Ende des Projektes immtaCARE steht ein leicht zugängliches und niederschwelliges Fortbildungsangebot für pflegende Angehörige und Krankenpflegepersonen in der häuslichen Pflege. Das Training wird mit Hilfe eines (Leih-)XR-System durchgeführt und um die Verwendung zu erleichtern sowie Hemmschwellen abzubauen, stehen Szenarienbeschreibungen für den Einsatz der XR-Umgebungen zur Verfügung. Dies und der einfache und kostengünstige Zugang zu den Trainingsumgebungen und den Informationsmaterialen wird durch einen Schulterschluss zwischen der Stadtbibliothek St.Pölten, den Pflegebetreuungsdiensten und anderen PartnerInnen möglich.

Zusätzliche Informationen zu dem Projekt finden sich hier auf den Seiten des Fördergebers.

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Stellvertretender Studiengangsleiter Gesundheits- und Krankenpflege (BA)
Senior Researcher Institut für Gesundheitswissenschaften
Department Gesundheit
Arbeitsplatz: B - Campus-Platz 1
M: +43/676/847 228 543
Externe MitarbeiterInnen
Barbara Riegler (Caritas STP)
Bernhard Schmatzberger (ASB)
PartnerInnen
  • Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger (End-User)
  • Caritas St. Pölten (End-User)
  • Arbeiter-Samariterbund (End-User)
Finanzierung
AK NÖ (Projektfonds Arbeit 4.0)
Laufzeit
01.09.2022 – 31.03.2024
Projektstatus
laufend
Beteiligte Institute, Gruppen und Zentren
Institut für Gesundheitswissenschaften