MUKE

Meta-Untersuchung kritischer Erfolgsfaktoren von Lösungen im Bereich Güterverkehr und Transportlogistik

Hintergrund

Österreichische F&E Tätigkeiten waren in den letzten Jahren vornehmlich darauf ausgerichtet, Lösungen bzw. Strategien zur Minderung der negativen Entwicklungen im Güterverkehr (steigende Emissionen und Immissionen, drohende CO2 Strafzahlungen, hoher Energie- und Ressourcenverbrauch) zu entwickeln. Viele der dabei entstandenen Innovationen zeigen zwar grundsätzlich Lösungswege und Ansätze zur Neuorientierung der Güterlogistik, jedoch kommen diese nur selten in die Umsetzung bzw. werden kaum am Markt nachgefragt. Als Hindernis erweist sich hierbei vor allem, dass manche Innovationen volkswirtschaftlich großen Nutzen erbringen, betriebswirtschaftlich jedoch unter derzeitigen Rahmenbedingungen nicht rentabel bzw. gewinnbringend sind. Ein grundlegender Paradigmenwechsel in Richtung eines suffizienten bzw. nachhaltigen Gütermobilitätssystems der Zukunft wird dadurch verhindert bzw. nur sehr langsam in Angriff genommen.

Projektziel

Das Projekt MUKE widmet sich diesen Hemmnissen interdisziplinär: Anstatt stets nach neuen technischen oder organisatorischen Zugängen im Bereich nachhaltiger Güterkonzepte zu forschen, richtet MUKE mittels einer Meta-Analyse den Fokus auf die Identifikation und Überwindung bisher auftretender Barrieren, aufgrund derer bereits erforschte, und grundsätzlich erfolgversprechende Innovationen nicht oder nur teilweise in die Umsetzung gekommen sind. Der Forschungsfokus ist dabei bewusst nicht breit gefasst, sondern stark auf jene zwei Handlungsbereiche fokussiert, die am häufigsten von AkteurInnen der Güterlogistikbranche als substantielle Voraussetzung für die Umsetzung von Innovationen genannt werden:

  • Adaptierte rechtliche Rahmenbedingungen für die Transportlogistik der Zukunft
  • Mind-Set und Bewusstseinsbildung zur Schaffung positiver Rahmenbedingungen für die Umsetzung bestehender/zukünftiger Innovationen der Güterlogistik

Methodik & Ergebnisse

Das Projekt identifiziert in einem ersten Schritt anhand von erfolgversprechenden, abgeschlossenen, aber nicht umgesetzten Ansätzen jene maßgeblichen Barrieren, die sich für die Umsetzung von Innovationen als kritisch erweisen. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden in einem zweiten Schritt Handlungsempfehlungen und Lösungsansätze ausgearbeitet. Dies soll einerseits durch die Ausarbeitung von Vorschlägen zur Anpassung rechtlicher Rahmenbedingungen (Gesetzesbausteine) und andererseits durch die Ausarbeitung von neuartigen Strategien zum Mind-Set und Awarenessbuilding (z.B. Nudging Ansätze zum Abbau von 'Innovationsangst', Transparentmachen tatsächlicher Logistikkosten) erreicht werden. Im Zentrum stehen dabei sowohl AkteurInnen der Transportlogistik als auch KonsumentInnen. Ihre jeweiligen Entscheidungskalküle fließen über Workshops bzw. Analysen zur Zahlungsbereitschaft für neue Transportkonzepte in die Lösungsansätze mit ein. Die aktive Rückkopplung der Ergebnisse mit StakeholderInnen sichert dabei die Akzeptanz innerhalb der Logistikbranche und schafft die Voraussetzungen für eine realistische Abschätzung von Rebound-Effekten.
Wesentliche Ergebnisse der Studie sind :

  •  Handlungsempfehlungen zur Anpassung von rechtlichen Rahmenbedingungen
  • Strategien zur Steigerung der Awareness gegenüber volkswirtschaftlich sinnvollen Innovationsvorhaben der Güterlogistik
  • Reihung dieser Maßnahmen nach der Größe des Impacts in Bezug auf Klimaziele bzw. Nachhaltigkeit

Aufgaben des Carl Ritter von Ghega Instituts

Das Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung unterstützt das Projekt in der Evaluierung bereits erfolgter Rahmenprojekte und Herausarbeitung von Hemmnissen insbesondere im Bereich der urbanen Logistik.

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Researcher Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung
Department Bahntechnologie und Mobilität
Arbeitsplatz: D - Heinrich Schneidmadl-Straße 15
PartnerInnen
  • TBW research GesmbH (Lead)
  • WU Wien – Research Institute for Supply Chain Management
  • WU Wien - Institut für Österreichisches und Europäisches Öffentliches Recht
Finanzierung
Drittleisterim Rahmen eines BMK-Mobilität der Zukunft Projekts
Laufzeit
01.03.2020 – 28.02.2021
Projektstatus
laufend
Beteiligte Institute, Gruppen und Zentren
Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung