Soziale Arbeit als Profession, praktiziert in einem Spannungsfeld, das der Fachcommunity als Tripelmandat nach Staub-Bernosconi geläufig ist. Tripelmandat bedeutet, dass in gesellschaftlichem Auftrag, oft auch finanziert aus öffentlicher Hand Interventionen der Sozialen Arbeit erfolgen, die Lebensereignisse und deren Folgen von Adressat:innen abmildern oder ihnen Chancen zur Teilhabe erschlossen werden (Doppelmandat), im Dienst der Menschenrechte (daher Tripelmandat). Deutlich wird das Selbstverständnis auch durch die Global Definition of Social Work, welche die International Federation of Social Work 2014 wieder verabschiedet hat. Soziale Arbeit ist demnach eine wissenschaftsbasierte, praxisorientierte Profession, die sich basierend auf den Menschenrechten für einen gesellschaftlichen Wandel gegen Diskriminierung und die Befreiung von Menschen einsetzt (OBDS 2023). Die Praxis Sozialer Arbeit findet in Organisationen statt, sie wird größtenteils von Absolvent:innen der Studiengänge Sozialer Arbeit ausgeführt. Wie diese in den Organisationen als Mitarbeiter:innen geführt sind, interessiert in diesem Forschungsprojekt.
In einem ersten Schritt soll eine Analyse der Struktur Sozialer Organisationen als Arbeitgeber:in erfolgen. Es soll herausgefunden werden, wie Soziale Organisationen hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit, Personalbeschaffenheit und Qualitätsanforderungen strukturiert sind. Die Anforderungen an Trägerorganisationen attraktive Arbeitsplätze anzubieten, rückt Leadership in den Fokus. Im Zentrum von Leadership stehen vier Grundgedanken: die Motivation und Bindung der Mitarbeiter:innen zu stärken, effiziente Ressourcennutzung zu sichern, Organisationen einem kulturellen Wandel zu unterziehen und die Nachwuchsförderung zu forcieren.
Aktuelle sozialpolitische Entwicklungen in Europa und Österreich bedeuten für Soziale Unternehmen, zunehmend unter Druck zu geraten. Sie werden beispielsweise mit finanzieller Unsicherheit durch sozialpolitische Veränderungen konfrontiert. Bürokratische Hürden erschweren den Arbeitsalltag und bedeuten oftmals einen Mehraufwand, die Arbeit erfolgt bei vergleichsweise geringer gesellschaftlicher Anerkennung. Ein Personalmangel zeichnet sich schon seit einigen Jahren ab. Einrichtungen sind häufig einer hohen Mitarbeiter:innenfluktuation ausgesetzt. Gelichzeitig haben Sozialarbeiter:innen/Sozialpädagog:innen einen hohen eigenen Anspruch an die Profession, vertreten Werte wie Soziale Gerechtigkeit, Empowerment, setzen sich für Adressat*innen ein. Es stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen Fachkräfte arbeiten, was Organisationen tun und tun können, um die Motivation und das Engagement der Mitarbeiter:innen zu erhalten. Es soll herausgefunden werden, wie die Prozesse im Personalmanagement zustande kommen, wo sie gesteuert werden und welche Entscheidungen wann und von wem getroffen werden. Zudem stellt sich die Frage wie Leadership unter Berücksichtigung der Wirkkräfte im Feld gestaltet wird und welche zukunftsorientierte Entwicklungen für ein Leadership Konzept in Organisationen Sozialer Arbeit es geben könnte. Die Ergebnisse können Erfahrungen sichtbar machen und einen Impuls für die Entwicklung eines Leadership Konzeptes in sozialen Organisationen geben.