Im Zuge des Forschungsprojekts New Visions of Emerging Technologies (NeVisET) wurde ein audiovisuelles Medienformat für Wissenschaft- und Technologiekommunikation für ein jugendliches Zielpublikum unter besonderer Berücksichtigung von Genderaspekten entwickeln.
Medialer Diskurs notwendig für nachhaltige Wirkung
Eine professionelle mediale Präsenz ist ein zentraler Erfolgsfaktor in der heutigen Wissensgesellschaft. Unabhängig von konkreten Ideen, Inhalten und verfolgten Zielen ist ein entsprechender medialer Diskurs eine Notwendigkeit, um nachhaltige Wirkungen zu erzielen. Dabei erleichtern einerseits neue Medien den Zugang, fördern vielfältige, zielgruppenspezifische Inhalte und führen zu einer (scheinbaren?) Demokratisierung. Andererseits werden zumindest in den „klassischen“ Massenmedien unter enormen Kosten- und Quotendruck zahlreiche, für die Entwicklung demokratischer Gesellschaften wichtige Inhalte von meist oberflächlicher Unterhaltung, z. B. männlich dominierter Sportberichterstattung verdrängt.
Zu wenige Medienformate im Bereich Wissenschaft und Technologien
Generell werden im deutschsprachigen Raum eher wenige Medienformate neu entwickelt. Speziell an Formaten zur Kommunikation, Diskussion und Verbreitung komplexer Fragestellungen im Bereich von Wissenschaft und aufstrebenden Technologien für jugendliche Zielgruppen besteht ein Mangel. Die wenigen bestehenden Formate sind darüber hinaus vielfach männlich dominiert. Abgesehen von meist weiblichen Moderatorinnen betrifft dies sowohl die vorgestellten Projekte und Wissenschaftler, als auch die Redakteure und Produzenten. Auf diese Weise werden nicht nur Rollenmodelle und Klischeevorstellungen weiter transportiert, sondern auch neue Sichtweisen auf aktuelle Fragestellungen u. a. nach Relevanz und Wirkung neuer Technologien behindert.
Prototyp eines audiovisuellen Formats
Im Forschungsvorhaben NeVisET wird zunächst in ausgewählten audiovisuellen Medienformaten zur Wissenschafts- und Technologiekommunikation für jugendliche Zielgruppen unter besonderer Berücksichtigung von Genderaspekten recherchiert, analysiert, kategorisiert und evaluiert. Aufbauend auf dabei gewonnenen Erkenntnissen wird ein neuartiges audiovisuelles Format entwickelt. Von diesem seriellen Medienformat werden drei Pilotsendungen prototypisch produziert. Ein wesentliches Ziel ist dabei die Aufarbeitung und praktische Nutzbarmachung aktueller theoretischer Grundlagen in den Bereichen Gender, Zielgruppenanalyse und Formatentwicklung für die Medienproduktion.
Individualisierung versus Vereinheitlichung medialer Inhalte, Anwendungs- und Verwertungskompetenz versus Refexions- und Diskursfähigkeit, ein genereller Mangel an funktionierenden audiovisuellen Medienformaten für Jugendliche, Bedienung klassischer Rollenklischees versus Berücksichtigung von Genderaspekten und die aufgrund der Digitalisierung völlig veränderten Rahmenbedingungen in der audiovisuellen Medienproduktion sind die wesentlichen im Forschungsvorhaben zu bearbeitenden Problemfelder.
Der Mehrwert des Forschungsvorhabens NeVisET besteht daher in der praktischen Erprobung aktueller Theorien aus den fünf genannten Problemfeldern im Zuge der prototypischen Entwicklung eines audiovisuellen Medienformats für Wissenschafts- und Technologiekommunikation für eine jugendliche Zielgruppe sowie der prototypischen Produktion von drei Pilotsendungen.
Das Projekt wird Studierenden der FH St. Pölten die Möglichkeit bieten, aktiv an einem geförderten Forschungsprojekt mitzuarbeiten.
FEMtech ist ein Förderungsprogramm des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) für Frauen in Forschung und Technologie, welches im Rahmen der Initiative fFORTE durchgeführt, und von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) betreut wird.
Publikationen
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FH-Dozentin
Lehrgangsleiterin Film, TV und Media - Creation and Distribution (MA)
Department Medien und Digitale Technologien
Leiterin Ausbildungsfernsehen c-tv
Drechsler Astrid
- Studentische Wissenschaftliche MitarbeiterInnen:
- Georg Kuntner BSC, Boryana Markova BSC, Angelika Schneider BSC
- ExpertInnen aus der Praxis:
- Karin Berghammer M.A., Produktionsleitung
- Dipl.-Ing. Benjamin Paya, Kamera
- Tini Wider, Aufnahmeleitung