EFFECTS - Intersektorale Wirkungsimplikationen und Potentiale aktiver Mobilität

Entwicklung eines Bewertungsinstruments, das die Wechselwirkungen zwischen Rad- und Fußverkehr, Gesundheit und Wirtschaft quantitativ erfassbar macht.

 

Hintergrund

Der Stellenwert von Aktiver Mobilität (umfasst Fortbewegungsarten, die ganz oder teilweise auf Muskelkraft beruhen, wie Radfahren, zu Fuß gehen, Tretroller fahren etc.) ist in den letzten Jahren größer geworden. Als zwei wesentliche Vorteile dieser Entwicklung gelten, dass körperliche Aktivität einen gesundheitsfördernden Effekt hat und dass der Ausstoß an Treibhausgasen reduziert und damit dem Klimawandel entgegengewirkt wird. Obwohl diese positiven Effekte klar erkennbar sind, werden Maßnahmen zur Förderung Aktiver Mobilität unzureichend in der Planung, bei der Zuweisung von Geldern und bei den politischen Entscheidungsprozessen berücksichtigt. Dies erscheint geboten, da Sektoren daraus Nutzen ziehen (Bereiche der Wirtschaft, Gesundheitswesen), die Aktive Mobilität selbst nicht direkt fördern. Aktive Mobilität ist daher als intersektorales Thema zu positionieren. Der volkswirtschaftliche Nutzen, der aus ihr erwächst, sollte zum Teil auch wieder in die Förderung von Aktiver Mobilität zurückfließen.  

Projektinhalt

In Österreich gibt es nur wenige Studien zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Radverkehrs und Untersuchungen zum Fußverkehr fehlen weitgehend. In dieser Hinsicht besteht also Aufholbedarf – vor allem auch deshalb, weil internationale Arbeiten zeigen, dass die positiven Effekte Aktiver Mobilität über den Wert für die Gesundheit und dem Klimaschutz hinausgehen. Zum Beispiel kann der Radverkehr zu Produktivitätssteigerungen in Betrieben führen oder dafür sorgen, dass mehr lokale Geschäfte besucht werden. Um solche Effekte zu erfassen, ist dieses Projekt breit angelegt und zielt darauf ab, Erkenntnisse aus verschiedenen Einzeldisziplinen (Verkehr, Gesundheit, Wirtschaft) so zusammenzuführen, dass daraus neues Wissen über Wirkungszusammenhänge entsteht. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen als Entscheidungs- oder Argumentationsgrundlage dienen und dazu beitragen, Verkehrssysteme in Richtung von mehr Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln.      

Ziele

  • Identifizierung der Wirkungszusammenhänge zwischen aktiver Mobilität (Rad- und Fußverkehr), Gesundheit und Wirtschaft.
  • Erfassung dieser Wirkungszusammenhänge österreichweit mit Hilfe bestehender Methoden und Modelle und Überführung dieser in Kennzahlen, sodass sich die Auswirkungen unterschiedlicher Szenarien und Effekte numerisch erfassen lassen.
  • Verfügbarmachung der Ergebnisse aus den Untersuchungen als Argumentations- und Wissensgrundlage. Darauf basierend kann herausgearbeitet werden, wo sinnvolle Kooperationen zwischen Politik- und Verwaltungsbereichen möglich sind, wo und auf welche Weise steuernd eingegriffen werden kann und wo weiterer Forschungsbedarf besteht.   

Methodik

Um die Ziele des Projektes zu erreichen, werden Kennzahlen identifiziert, die es erlauben den Einfluss von Aktiver Mobilität auf die Gesundheit sowie die volkswirtschaftlichen Folgewirkungen (Wertschöpfung, Beschäftigung, Produktion) abzuschätzen. Gender- und Diversity-Aspekte, Lebensstile, Alter etc. werden dafür ebenfalls miteinbezogen. Die Basis hierfür bilden bereits erhobene Daten, Vorstudien und Expert*innengespräche. Außerdem werden Entwicklungspfade und Szenarien zur Aktiven Mobilität simuliert. Die Resultate dieser Simulationen werden zur numerischen Abschätzung von verkehrlichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Effekten herangezogen.

Ergebnis

Das Hauptergebnis des Projektes ist ein Bewertungstool, das Einflussgrößen aus verschiedenen Bereichen berücksichtigt und die verkehrlichen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Effekte Aktiver Mobilität in Kennzahlen überführt. Damit wird Verantwortungsträger*innen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft ein Hilfsmittel an die Hand gegeben, welches als Argumentationsgrundlage und Entscheidungshilfe dienen kann, um gezielter Maßnahmen im Bereich der Aktiven Mobilität zu setzen.

Mobilität der Zukunft – ist ein FTI-Programm des Bundesministeriums für Klimaschutz, das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft abgewickelt wird.

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Researcher Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung
Department Bahntechnologie und Mobilität
Arbeitsplatz: B - Matthias Corvinus-Straße 15
M: +43/676/847 228 481
PartnerInnen
  • tbw research GmbH
Finanzierung
FFG Mobilität der Zukunft
Laufzeit
01.04.2021 – 31.03.2022
Projektstatus
laufend
Beteiligte Institute, Gruppen und Zentren
Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung
Institut für Gesundheitswissenschaften