EMMSA

Sondierung eines Prototyping & Evaluation Frameworks für (teil-) automatisierte Flugverkehrskontrolle

Hintergrund 

Im „European ATM (Air Traffic Management) Master Plan“ sind die Verdoppelung des Flugverkehrs bei einer 40-prozentigen Senkung der operativen Kosten, eine Reduktion des Treibstoffs um bis zu zehn Prozent, die Erhöhung der Sicherheit um den Faktor vier und die Verringerung von Verspätungen um 30 Prozent als Ziele vorgesehen. Diese ökonomischen und ökologischen Optimierungen sollen unter anderem durch den Flug entlang von 4D-Trajektorien (anstatt Flugkorridoren) und weiteren Automatisierung der Flugsicherung erreicht werden. 

Diese Maßnahmen werden zu großen Änderungen bei der Steuerung und Abwicklung des europäischen Flugverkehrs und damit bei der Arbeit von Fluglots*innen führen. In einem nahezu vollständig automatisierten Kontrollzentrum der Zukunft werden die heutigen aktiv steuernden Arbeiten durch beobachtende oder kontrollierende Tätigkeiten ersetzt. Moderne multi-modale Systeme, deren visuelle Informationsgestaltung zukünftige Anforderungen besser abdecken könnten, werden das heutige Radar ersetzen. Derartig massive Änderungen machen die enge Einbindung der Nutzer*innen (Lots*innen) in den Gestaltungs- und Entwicklungsprozess zukünftiger Flugsicherungssysteme notwendig.

Ziel

Inhalt des Projektes EMMSA ist ein formalisiertes Evaluierungssystem von Schnittstellen in der teil- und vollautomatisierten An- und Abflugkontrolle des Flugverkehrs. Dazu wird die technische und methodische Machbarkeit, praxisgerechte Einsetzbarkeit und wirtschaftliche Verwertbarkeit sondiert. Im Rahmen einer Sondierung dazu wird ein Prototyping & Evaluation-Framework (PEF) aufbauend auf bestehendem Wissen und vorhandener Technologie konzeptioniert und spezifiziert. Dieses Framework ermöglicht eine vergleich- und wiederholbare Evaluation von Konzepten neuer Flugsicherungssysteme mit realitätsnahen Flugverkehrsdaten. Zwar sind die dafür notwendigen Einzelkomponenten teilweise bereits vorhanden bzw. erforscht, jedoch gibt es ein derartiges Gesamt-Framework noch nicht am Markt. 
Folgende Komponenten bilden das Prototyping & Evaluation Framework und werden im Rahmen des Projektes technisch und methodisch spezifiziert:

  • Simulationsserver mit Luftraumdaten 
  • Steuerungsserver 
  • Testmanagement und Datenanalyse 
  • Programmierschnittstellen 
  • Air Traffic Control Prototypes 

Ergebnis 

Ergebnis der Sondierung ist die Konzeption und technische Spezifikation des Prototyping & Evaluation Framework mit allen notwendigen Schnittstellen, sowie ein White-Paper zur Evaluation von Situationsbewusstsein und Problemerkennung im Kontext der Flugsicherung. Weiters liefert das Projekt eine Abschätzung über das ökonomische Potential eines derartigen Frameworks. Bei erfolgreicher Sondierung ist eine praxisnahe Umsetzung im Rahmen eines nationalen oder internationalen Forschungsprojekts geplant.


 

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Institutsleiter Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung
Stellvertretender Studiengangsleiter Bahntechnologie und Mobilität (BA)
Lehrgangsleiter Seminare Bahntechnologie und Mobilität
Lehrgangsleiter Fachtrainer/in im Eisenbahnwesen (akad.)
Arbeitsplatz: Heinrich Schneidmadl-Straße 15
M: +43/676/847 228 664
PartnerInnen
  • Fraunhofer Austria Research GmbH
  • Paris Lodron Universität Salzburg, Aerospace Research
Finanzierung
BMK –Take Off
Laufzeit
01.09.2020 – 31.08.2021
Projektstatus
laufend
Beteiligte Institute, Gruppen und Zentren
Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung