SensiTrack – Tracking vs Privacy in der Arbeitswelt 4.0

Entwicklung von Maßnahmen zur Unterstützung der Mitarbeiter-Privacy beim Einsatz von Tracking System in der Industrie und Gegenüberstellung von positiven Aspekte von Tracking-Technologien hinsichtlich Arbeitssicherheit
Externe MitarbeiterInnen
Christian Reichl
Martina Hartner-Tiefenthaler (TUW)
Markus Steinlechner (TUW)
Sebastian Schlund (TUW)
Setareh Zafari (TUW)
PartnerInnen
  • TU Wien - Institut für Managementwissenschaften | Human Centered Cyber Physical Production and Assembly Systems
Finanzierung
AK NÖ - Projektfonds Arbeit 4.0
Laufzeit
01.11.2019 – 28.02.2021
Projektstatus
laufend

Hintergrund 

Im Zuge der digitalen Vernetzung gewinnen Tracking Systeme zur Nachverfolgung von Produktionsabläufen verstärkt an Bedeutung. Die Aufzeichnung und Nutzung echtzeitnaher Positions- und Zustandsdaten von Transportmitteln, Werkzeugen und Ladungsträgern (Paletten, Gitterboxen) – sogenanntes „Asset Tracking“ – ist bereits Standard in verschiedenen Industriezweigen. Es ist davon auszugehen, dass der Einsatz von Nachverfolgungssystemen in Unternehmen in Zukunft noch steigen wird.

Die eingesetzten Technologien bieten neben dem Asset Tracking auch neue Möglichkeiten der Erfassung und Auswertung des zeitlichen Positionsverlaufes von MitarbeiterInnen. Dies kann einerseits aktiv geschehen, um die Arbeitssicherheit an gefährlichen Arbeitsplätzen zu erhöhen oder um MitarbeiterInnen zu lokalisieren. Da diese Systeme meist Funk-Standards wie WLAN, Bluetooth oder RFID verwenden können aber anderseits auch passiv Positionsdaten von mobilen Geräten der MitarbeiterInnen (Smartphone, Smartwatch) auch ohne deren Zustimmung erfasst werden.

Privacy-Bedenken 

Daten zum Standort der MitarbeiterInnen sind sensible Informationen. Aus Sicht der MitarbeiterInnen-Privacy sollten nur bei Zustimmung und Mehrwert für der/die MitarbeiterIn Daten dieser Art erhoben werden. 
Aus wissenschaftlicher Sicht stellen sich 2 grundlegende Fragen:
Wie kann gewährleistet werden, dass die Nutzung von Lokalisierungsdiensten keine Datenschutzprobleme verursachen?
Wie kann gewährleistet werden dass die Daten sicher gespeichert und nur für Positionierung verwendet werden?

Projektinhalt

Im SensiTrack Projekt werden Maßnahmen entwickelt, die es ermöglichen, die positiven Aspekte der Technologie hinsichtlich Arbeitssicherheit zu unterstützen, aber das Potential für Überwachung durch Arbeitgeber bewusst einzuschränken. Dadurch werden neue Vertrauensgrenzen für die Nutzung oder bewusste Nicht-Nutzung von aktiven bzw. passiven Trackingsystemen entwickelt. Der Fokus liegt auf dem Einsatz und der Gestaltung digitaler Technik zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen. Dafür werden die folgenden arbeitswissenschaftlichen Inhalte genauer untersucht: 

  • Optimierungspotenziale durch aktives Tracking in gefährlichen Arbeitsbereichen 
  • Privatsphärenverletzung durch Erfassung von Positionsdaten im Arbeitsumfeld
  • Vertrauenswürdige Trackingsysteme bzw. Opt-Out Möglichkeiten für MitarbeiterInnen

Ergebnis 

Gemeinsam mit dem Institut für Managementwissenschaften (IMW) der TU Wien wird einerseits eine Sensibilisierung für ArbeitnehmerInnen in Bezug auf Nachverfolgungssystemen am Arbeitsplatz geschaffen und werden andererseits Richtlinien für Unternehmen beim Einführen und Betreiben von Produktionsnachverfolgungssystemen formuliert. 
Im Rahmen des Projekts wird in der Pilotfabrik Industrie 4.0 in der Seestadt Aspern ein Experiment mit 200 Testpersonen durchgeführt. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts, ist die Erarbeitung des Experiment-Setups. Die Ergebnisse des Experiments werden ausgewertet und der AK sowie weiteren relevanten Stakeholdern zur Verfügung gestellt. z. B. durch Workshops mit Betriebsräten. 
 

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Junior Researcher
Forschungsgruppe Digital Technologies
Institut für Creative\Media/Technologies
Department Medien und Digitale Technologien
Arbeitsplatz: D - Heinrich Schneidmadl-Straße 15
T: +43/2742/313 228 618